Vorwort

Für den Königspython gilt (wie wohl für alle Reptilien):

 

Entweder man ehrt ihn oder man hasst ihn.

Meiner Meinung nach, muss man den Python regius weder hassen noch verehren, aber ganz bestimmt sollte man

ihm Respekt gebühren! Denn er ist mit Sicherheit eine der schönsten Python-Arten, wenn nicht sogar "der

Schönste". Sicherlich wird es immer Menschen geben, die solch ein Tier trotzdem hassen. Genauso wie es Leute

gibt, die am liebsten jeder Katze, die sie sehen, den Hals umdrehen möchten, weil diese besagten Katzen ja die

wunderschönen Vögel fressen. Da kann ich nur sagen: Völliger Quatsch! Man muss schon etwas tiefer in die ganze

Situation hineinschauen um zu begreifen, dass jeder und alles seinen bestimmten Nutzen in der Natur hat.

Oder zum Beispiel ein Jäger in unseren Kreisen wird wohl auch von vielen Leuten gehasst, weil "der schießt ja die

armen Wildschweine tot!" Aber dass ohne Jäger die Wildschwein- oder Rotwilddichte schon bald überdimensionale

Größe annehmen würde und kein Wald und Flur mehr existieren könnte, daran denkt anscheinend kaum einer.

Ebenso ist es mit dem Königspython in Afrika. Er hat einen hohen wirtschaftlichen Nutzen, indem er in der Natur

die Population der kleinen Nagetiere in Grenzen hält . Doch das ist auch nicht jedem bekannt.

Wohl mag es daran liegen, dass in den Köpfen der Menschen immer das Wort "Schlange = böse" herumspukt.

Ich kann nur betonen, dem ist nicht so! 

 

 

Verbreitungsgebiet und Lebensraum

 

 

 

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über West- und Zentral-Afrika. Wobei besonderes Augenmerk darauf liegen sollte,

dass er den Tropischen Regenwald wohl meidet. Man findet ihn eher in den Übergängen von trockeneren Savannen

zu etwas feuchten Wäldern oder auch Busch-Landschaften.

Hier versteckt sich der Königspython gerne in Termiten-Hügeln, weil in diesen eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.

In der Dämmerung verlassen die Tiere für gewöhnlich ihre Verstecke um auf Nahrungssuche zu gehen. Am häufigsten

anzutreffen ist der Python regius in Ghana, Benin und Togo.

 

 

 

 

                 

 

 

Namensgebung

 

Der Königspython trägt den Namen Regius (abgeleitet vom lateinischen Rex = König) wohl völlig zu recht. Da er, meiner

Meinung nach ein wahrer König ist. Er wurde 1802 von Shaw als Boa regia bezeichnet und 1844 von Dumeril & Bibron beschrieben.

Weitere bekannte Namen sind Ballpython oder Royal Python.

 

 

Auf dem Bild seht ihr ein schönes Beispiel, warum man den Königspython auch Ballpython nennt. Er presst sich zusammen um seinen Kopf zu schützen. In dieser Form eben, sieht er aus wie ein Ball.

 

Beschreibung, Maße und Häutung

 

Python regius zählt zu den Riesenschlangen, ist aber mit einer durchschnittlichen Länge von ca. 130 cm eine kleinere

Variante dieser Art. Natürlich sind Abweichungen von dieser Durchschnittsgröße unausweichlich. So wird von Tieren

berichtet, die bis zu 200 cm lang sind. Was aber eher selten der Fall sein dürfte. Der Körperbau ist kräftig und sein

Kopf deutlich abgesetzt. Sein Schwanz ist kurz und mag recht plump erscheinen. An seinen Oberlippenschildern,

sind auf jeder Seite 4 Labialgruben und auf den Schnauzenschildern je eine Grube.  Das Gewicht eines adulten Weibchens

liegt bei etwa 1500 gr.- 2000 gr. . Die männlichen Exemplare sind etwa 10 % kleiner und geringer im Gewicht.

Je nach Wachstum (hängt von der Ernährung ab) häutet sich der Königspython ca. alle 4 - 6 Wochen bis hin

zu rund 1 Mal im Jahr (bei adulten Tieren).

Wenn ihr Näheres zur Häutung wissen möchtet (mit Bildern), dann klickt HIER.

 

 

 
Auf dem Bild sind schön die jeweiligen Labialgruben zu erkennen. Mit diesen Wärme-Sinnesorganen ist der Python regius imstande selbst die geringsten Temperatur- unterschiede wahrzunehmen und somit seine warmblütigen Beutetiere bei völliger Dunkelheit aufzuspüren. 

 

 

 

 

 

Geschlechtsmerkmale

 

Die Geschlechtsunterschiede herauszufinden ist beim Königspython nicht gerade einfach, da es meiner Meinung nach

nur einen 100%igen Nachweis durch das Sondieren der Tiere gibt. Bei diesem Vorgang wird mit einer perfekt abgerundeten

Metall-Sonde geprüft, wie weit man von der Kloake in Richtung Schwanzende eindringen kann. Beim männlichen Tier

lässt sich diese Sonde ca. 10 - 12 Schuppen tief eindringen, während beim Weibchen in etwa nur 4 - 6 Schuppen, also

deutlich weniger eingedrungen werden kann. Dies sollte unbedingt durch einen erfahrenen

Terrarianer oder Tierarzt erfolgen. Sicherlich gibt es markante Unterschiede, wie z.B. dass die Aftersporen bei den

Männchen deutlicher ausgeprägt sind und die Form des Schwanzendes konisch zuläuft. Aber verlassen würde ich mich

nicht unbedingt auf diese äußerlichen Merkmale, da sie nicht auf jedes Tier zutreffen. In der Regel tritt die Geschlechtsreife

im günstigsten Fall mit einem Alter von 3 Jahren und bei ca. 100 cm Körperlänge ein.

 

 

 

 

Rechts auf dem Bild seht Ihr, wie weit sich die Sondierungsnadel

bei einem männlichen Tier mindestens in die Taschen einführen

ließe. Bei einem weiblichen Tier wäre dies deutlich weniger.

Auf dem zweiten Bild seht ihr das so genannte "poppen"

Nochmals meine Bitte: Nur vom Fachmann oder vom Tierarzt

durchführen lassen !

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Fortpflanzung

 

 

 

Die Haupt-Paarungszeit beginnt im November und die Begattung der Tiere findet den ganzen Tag über statt, sie kann

jedoch auch ein paar Wochen früher oder später einsetzen. Hierbei versucht das Männchen das Weibchen zu stimulieren,

indem es sie mit den Aftersporen kratzt und dabei versucht in die richtige Position für die Kopulation zu bringen.

Die eigentliche Kopulation kann dann über Stunden andauern und wiederholt sich mehrmals.

Durch diese Wiederholung wird sozusagen gewährleistet, dass die Eier in beiden Eileitern befruchtet werden.

Wenn das Weibchen ihre Eizellen in die Eileiter frei gibt, ist sie empfänglich zur Befruchtung der Eizelle. Dieser Vorgang nennt

man Ovulation oder Eisprung. Ist die Schlange trächtig, nimmt der Körperumfang des Weibchens deutlich zu. Jetzt lässt sich das

für den Python regius typische auf die Seite legen des hinteren Körperdrittels beobachten. In den meisten Fällen fastet sie jetzt.

Die Trächtigkeit dauert in etwa 100 Tage und von Februar bis März findet die Eiablage statt. In freier Natur pflanzen sich die Tiere

nicht jedes Jahr fort. Dies ist bedingt durch den Fettzyklus, d.h. das Weibchen muss über genügend Fettreserven verfügen. Kann

unter Umständen aber auch jedes Jahr stattfinden. Der Python regius legt in der Regel im Durchschnitt ca. 6 - 10 Eier ab.

Der Schlupf erfolgt dann nach etwa 60 Tagen. Wenn man die Größe des Königpythons bedenkt, sind die Eier eher überdurch-

schnittlich groß. Sie messen rund 7 cm x 5 cm. Die Jungtiere haben beim Schlupf eine Größe von etwa 40 cm.