Vorwort

 

Da man immer wieder hört, der Königspython sei die ideale Einsteigerschlange, möchte ich gerne etwas vorweg

nehmen. Wer nun glaubt, ohne jegliche Erfahrung und nur aus einer Laune heraus sich so ein Tier anschaffen zu müssen,

der tut sich selbst und mit Sicherheit dem Tier keinen Gefallen. Ich würde sogar sagen, derjenige steht früher oder

später, aber eher früher, wie der besagte Ochse vor dem Berge. Gerade bei Wildfängen (WF) oder Farmzuchten (FZ) kann

es zu erheblichen problematischen Schwierigkeiten kommen. Wie z.B. Futterverweigerung oder auch Krankheiten

( innerer und äußerlicher Milbenbefall oder Zeckenbefall, etc.). Hinzu kommt, dass Wildfänge oft wenn nicht sogar immer

aggressiv sind. Das soll nicht heißen, dass man diese Tiere nicht handzahm bekommen würde, aber für einen Einsteiger??

Ein weiterer Grund für eine Ablehnung eines Wildfangs ist natürlich die Dezimierung des Bestandes!

Ein kleines Beispiel am Rande: Ein Einsteiger kauft sich einen Wildfang und wird am zweiten oder dritten Tag das erste Mal

von dieser gebissen. Geschah dieser Kauf nur aus einer Laune heraus, war es das wohl für den Königspython. Dem Einsteiger

ist wohl spätestens jetzt die Lust an einer Schlange vergangen.

Darum meine Bitte an Euch: Macht Euch vor dem Kauf sachkundig. Überlegt genau, ob so ein Tier das richtige ist, was ihr

pflegen wollt! Nehmt ihr eine eventuell anfallende Tierarztrechnung in Kauf? Könnt ihr dem Tier Futter, lebend als auch tot

anbieten ohne Euch zu ekeln, sprich Mäuse, Ratten oder andere kleine Nagetiere? Nehmt ihr auch einen eventuellen Biss

des Königspython hin? Wenn ihr euch über diese Sachen im Klaren seid, empfehle ich auf jeden Fall eine

deutsche Nachzucht (DNZ). Bei dieser NZ ist die ganze Sache schon etwas einfacher. In der Regel fressen diese gut, sind

nicht aggressiv, eher zurückhaltend, etc.

 

 

 

Auf dem Bild seht ihr, wie ein gesunder Königspython

auszusehen hat, bevor ihr ihn kauft. Er sollte gut genährt und sein Schuppenkleid glänzend, ohne Verletzungen und ungehäutete Stellen sein. Seine Augen müssen klar und ebenfalls glänzend sein. Schaut genau nach, ob auf ihm viele weiße Pünktchen zu sehen sind, dies würde auf Milbenkot hinweisen. Beim auf die Hand nehmen des Python, sollte er sich angespannt anfühlen. Auf gar keinen Fall darf er auf deutsch gesagt, wie ein Waschlappen über der Hand hängen. Es gibt zwei Verhaltensweisen, die völlig typisch sind und eine von beiden sollte er an den Tag legen. Das wäre zum Einen die angespannte Ballhaltung oder zum Anderen eine gesunde Neugierde.

 

 

 

 

Terrarium, Haltungsrichtlinien

 

 

Nach den Haltungsrichtlinien soll ein Terrarium für 2 Tiere mindestens

1,0 x 0,5 x 0,75 ( Länge, Breite, Höhe ) mal die Körperlänge des Tieres haben. Für jedes weitere Tier ist ein Größenzuwachs  von 20 % hinzuzurechnen. 

 

 

Material und Ausstattung ist dem Terrarianer freigestellt. Es ist tagsüber auf eine Lufttemperatur von 28 - 32 Grad und nachts rund 23 - 26 Grad Celsius zu achten. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber zwischen 60% und 80%  und nachts bis zu 90 % gehalten werden.  Ich persönlich nehme UV- Lampen (Röhren), da diese nicht heiß werden und somit keine Verbrennungsgefahr für den Python besteht. Des weiteren darf meiner Meinung nach eine Art Schlupfbox (z.B. Tupper-Schüssel mit Einstiegsloch) gefüllt mit feuchtem Moos nicht fehlen. Der Königspython holt sich die Feuchtigkeit, die er braucht (besonders vor der Häutungsphase) von ganz allein. Als Wärmequelle empfehle ich eine Wärmematte. Ein Thermo- und Hygrometer sollten ebenfalls im Terra

angebracht werden, um die Temperatur und die Luftfeuchte besser kontrollieren zu können. Die Luftfeuchtigkeit halte ich mit einer handelsübliche Sprühflasche unter Kontrolle, indem ich wenn nötig den Bodengrund befeuchte. Auch eine gute Belüftung muss vorhanden sein. Mit ein wenig Geschick kann man sich sein eigenes Terrarium selber bauen ( wie ihr auf dem Bild rechts sehen könnt).

Eine Schale mit frischem Wasser, das spätestens jeden zweiten Tag ausgetauscht werden muss, ist Pflicht. Man sollte dem Python regius außerdem noch Kletter- und Versteckmöglichkeiten anbieten. Als Bodengrund verwende ich Pinienstreu.

Mehr zum Thema Terrariumbau findet Ihr unter Tipps und Tricks oder

Ihr klickt hier.    

 

         

 

                  Zum Vergrößern anklicken         

 

 

 

 

Haltung und Zucht von Wirbeltieren der besonders

 geschützten Arten !

-Meldepflicht nach § 6 Abs.2 BArtSchV-

 

 

Der Königspython ist im Artenschutzabkommen unter Anhang B gesetzt. Dies bedeutet, dass die Tiere zwar kontrolliert

gehandelt werden dürfen, aber doch so weit gefährdet sind, dass sie unter den Schutzstatus gestellt sind. Im Klartext heißt

das, dass innerhalb der EG eine Einfuhrgenehmigung erteilt werden muss. In Deutschland besteht bis auf ein paar wenige

Bundesländer eine Meldepflicht beim jeweiligen Regierungspräsidium.

 

Seit Februar 2005 entfällt die Meldepflicht für Königspythons. Der legale Erwerb muss jedoch

weiterhin mit entsprechenden Dokumenten nachgewiesen werden!  

 

 

 

                 Das ganze Merkblatt Stand Januar 2005 zum Nachlesen einfach anklicken!

 

 

 

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Hygiene

 

 

Hygiene und Sauberkeit wird auch hier groß geschrieben. Wie jedes Lebewesen, muss auch der Königspython gelegentlich

abkoten und "urinieren". Der Kot hat eine dunkelbräunliche Farbe und ist relativ fest, der Urin ist eine Art Urinstein, d.h.

nicht nur flüssig sondern auch von leicht fester Konsistenz (Form und Aussehen vergleichbar mit einem Popcorn). Beides muss

sofort aus dem Terrarium säuberlich entfernt werden, da sich sonst sehr schnell Bakterien bilden können! Deshalb muss täglich

darauf geachtet werden, ob sich irgendwo Exkremente befinden. Dies ist nicht sehr mit hohem Aufwand verbunden, da der

Python regius im Durchschnitt nur alle 7 - 10 Tage sein "Geschäft" verrichtet. Hautreste nach der Häutung sind ebenfalls zu

entfernen. Es muss weiterhin darauf geachtet werden, dass spätestens jeden zweiten Tag das Trinkwasser gewechselt wird.

Ebenfalls aus hygienischen Gründen. Bei einem Milbenbefall sollte das komplette Terrarium gereinigt und desinfiziert werden.

Der Bodengrund kann je nach Verunreinigung zwischen 8 und 12 Wochen komplett erneuert werden.

 

 

In dieser Form scheidet der Königspython seinen Urin aus.

Optisch hat es Ähnlichkeit mit Popcorn oder Kaugummi .

Es ist im Terrarium leicht zu sehen und zu entfernen.

 

Wintermonate

 

 

Über die Wintermonate von Anfang Oktober bis Januar, die auf die kühlere Phase in West-Afrika zurückzuführen sind,

sollte eine etwa 8 Wochen dauernde kühlere Phase eingeleitet werden. Dies geschieht indem man die Tagestemperatur

bei ca. 30 Grad belässt und die Nachttemperatur auf ca. 20 Grad absenkt. In dieser Zeit sollte auch die Luftfeuchtigkeit

ein wenig reduziert werden. Hiermit vermittelt man einen Jahresrhythmus, und simuliert die Trocken- und Regenzeit.

In der Terraristik regt  man sozusagen auch die Paarungsbereitschaft und somit auch die Zucht an. In dieser Zeit kann es

durchaus zu einer Art Fastenzeit der Tiere kommen. Wobei man sich aber darüber keine Gedanken machen sollte, da

die Schlangen im Frühjahr in der Regel problemlos wieder Nahrung aufnehmen.

 

Wenn ihr mehr zum Thema "Paarung" wissen wollt, dann klickt hier.