Paarung , Stimulation etc.

Paarungsauslöser bei Python regius in der Terraristik ist die kühlere Phase am Ende des Jahres. Es ist ratsam

die Tiere bis zu diesem Zeitpunkt nach Geschlechtern getrennt zu halten. Dies erhöht offensichtlich den Reiz

des Paarens. Wir haben bei unseren Männern die Erfahrung gemacht, dass schon nach wenigen Tagen, nachdem

wir die Nachttemperatur auf ca. knapp über 20 Grad Celsius gesenkt hatten, sich die männlichen Tiere gegenseitig

stimuliert haben. Ich denke, ein Grund dafür war die im Sommer wirklich konstante Nachttemperatur von 26 Grad.

Manche Züchter berichten über positive Erfahrungen, indem sie die Luftfeuchtigkeit in dieser Zeit erhöht haben.

Meiner Meinung nach könnte man damit aber auch die Paarungszeit ungewollt beenden, da die Regenzeit im natürlichem

Lebensraum in Afrika erst ein halbes Jahr später beginnt.

Nachdem man nun den männlichen Python regius zum weiblichen gesetzt hat, fangen in der Regel diese an zu versuchen

die Partner zu stimulieren, indem sie auf den Rücken des Weibes kriechen und sie mit ihren Afterspornen zu kratzen.

In dieser Situation kann man auch recht oft beobachten, dass sich die Männchen rückwärts bewegen und versuchen, das

Schwanzende des Weibes zu umklammern.

Auf den unten abgebildeten Bildern, könnt ihr das Kratzen mit den Afterspornen sehr schön erkennen.

 

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Anfangs wird das Weibchen solange versuchen wegzukriechen, bis es Paarungsbereit ist und stillhält. Jetzt umklammern

die Königspythons sich mit ihrem Schwanzende und pressen ihre Kloaken aufeinander. Nun wird einer der beiden Hemipenes

des Männchens in die Hemiclitoris des Weibchens eingeführt. Dieser Vorgang ist die eigentliche Kopulation und kann

gegebenenfalls über Stunden andauern und sich über Tage oder sogar Wochen hinziehen.

Die Freigabe der Eizellen aus den Ovaren in die Eileiter nennt man Ovulation (Eisprung). Dies ist die Zeit, in der die Eizellen

befruchtet werden können. Beim Ovulieren haben die Weibchen eine kurzzeitige Umfangszunahme, das heißt, mit geschultem

Blick kann man auch diesen Vorgang beobachten. Diese Umfangszunahme ist jedoch in keinster Weise eine Trächtigkeit!

Auf den unteren Bildern kann man sehr schön einen Paarungsversuch sehen.

 

 

 

 

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Und letztendlich hier noch mal zwei Bilder einer geglückten Paarung

 

 

 

 

 

 

 

 

Komentkämpfe

 

Hat man während der Paarungszeit mehr als ein Männchen beim Weibchen (was zu empfehlen ist), lassen sich unter anderem

auch die sogenannten Komentkämpfe beobachten. Dabei richten die Tiere ihr erstes Körperdrittel auf und versuchen den

Konkurrenten dabei zu Boden zu drücken. In der Regel verletzen sich die Tiere dabei nicht, aber es ist darauf zu achten, dass

wenn ein Tier regelrecht dominant über das andere ist, das unterlegenere Männchen spätestens nach ein oder zwei Tagen aus

dem Terrarium genommen werden sollte. Da dies von dem stärkeren Tier normalerweise nicht mehr in Ruhe gelassen wird und

so unter sehr hohem und permanentem Stress wahrscheinlich Schaden nehmen könnte.

 

 

 

 

Trächtigkeit

 

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist, dass die Weibchen über genügend Fettreserven verfügen.

Ist das Weibchen trächtig, nimmt der Körperumfang von Beginn an deutlich zu und man kann das für den Python regius

typische "auf die Seite legen" des hinteren Körperdrittels beobachten. Nun wird mit höchster Wahrscheinlichkeit auch kein

Futter mehr angenommen. In dieser Zeit ist wegen des erhöhten Wärmebedürfnisses auf ausreichend hohe Temperaturen

zu achten. Insbesondere auf das Vorhandensein eines guten Versteckes. Ist die Temperatur in dieser Zeit zu niedrig, kann

dies zur Folge haben, dass sich der Ablagetermin verzögert und dadurch zu Beschädigung der Eier oder sogar zu Missbildungen

der Jungtiere führt. Ist die Temperatur zu hoch und hat das Weibchen keine Möglichkeit dem auszuweichen, treten die selben

Symptome auf. Die Trächtigkeit dauert rund 100 Tage und das Weibchen wird 2 - 4 Wochen vor Eiablage einen geeigneten

Platz dafür suchen. Jetzt ist es an der Zeit, eine Box mit feuchtem Moos oder noch besser mit feuchtem Vermiculit in das

Terrarium zu stellen, um die Eiablage ( zwischen 3 - 4 bis hin zu 12 Eiern bei älteren Tieren) zu ermöglichen.

 

 

                                                

 

                      Auf dem Bild seht ihr das typische auf die Seite legen eines trächtigen Python regius Weibchens

 

 

 

 

Inkubation

 

Man liest des öfteren, dass der Königspython sein Gelege nicht aktiv bebrütet, das Gegenteil wurde jedoch schon mehrmals

von unterschiedlichen Leuten beobachtet. Das heißt, der Python regius scheint doch in der Lage zu sein, die Temperatur

seines Geleges durch Muskelzucken zu erhöhen. In der Terraristik hat sich jedoch bewährt, dass man die Eier in einem

Inkubator künstlich ausbrütet. Da die Eier wie oben angesprochen in einer Schale mit Vermiculit abgelegt wurden und die

Feuchtigkeit (Mischungs/Gewichtsverhältnis 1:1 mit Wasser) stimmt, kann man nun die ganze Box in einen Reptilienbrut-

kasten überführen. Dies hat den Vorteil, die Eier nicht einzeln herausnehmen zu müssen, wobei man erhebliche Fehler beim

Wiedereinsetzen machen kann. Zum Beispiel, dass man die Eier dreht oder zusammengeklebte beschädigt.

Beim Herausnehmen des Geleges aus dem Terrarium ist höchste Vorsicht geboten, da in dieser Zeit der Königspython

durchaus aggressiv reagieren kann, wenn man ihm sein Gelege wegnimmt. Die Eier verbleiben bei einer konstanten Temperatur

von 32 Grad Celsius und einer immer optimalen Feuchtigkeit des Vermiculits im Inkubator. Kölpin gibt in seinem Buch eine

relative Luftfeuchtigkeit von 90 - 95 % an. Die Eier messen im Durchschnitt 7 x 4,5 cm und scheinen doch recht groß für diese

kleine Pythonart zu sein. Während der gesamten Ausbrütungsphase behalten die Eier die selbe Größe und die gleiche

schneeweiße Farbe. Beigefarbene oder deutlich kleinere Eier deuten daraufhin, dass diese unbefruchtet und somit zu entfernen

sind, da sie schon bald zu schimmeln anfangen würden. Bei einer zu niedrigen Feuchte des Vermiculites entstehen deutliche

Dellen an den Eiern. Dies ist sofort zu regulieren indem man das Substrat wieder befeuchtet.

Auf gar keinen Fall aber, dürfen die Eier im Wasser stehen. Im Optimalfall sollten die Eier prall aussehen, aber bei leichtem

Druck etwas nachgeben. In der Regel erfolgt der Schlupf nach knapp 60 Tagen, wobei die Jungtiere die Schale des Eies mit

ihrem Eizahn aufritzen und vorerst mal nur den Kopf herausstrecken. Bei manchen Tieren dauert es nun noch bis zu 2 Tage,

bis sie für immer das schützende Ei verlassen.

Im Idealfall schlüpft das ganze Gelege innerhalb von 1 - 2 Tagen aus. Jedoch kann es vorkommen, dass ein einzelnes Ei

nicht schlüpft. Sollte hierfür kein vernünftiger Grund absehbar sein, muss jeder selbst für sich entscheiden, ob er dem Jung-

tier eine kleine Starthilfe (das Ei wird vorsichtig mit einer Schere geöffnet) gibt oder nicht. Ob das Tier lebt oder im

schlechtesten Fall im Ei abgestorben ist, lässt sich leicht herausfinden, indem man das Ei berührt.

 

 

 

                         

 

 

 

 

 

 

Jungtiere / Schlüpflinge

 

Die Schlüpflinge messen ca. 40 cm und gehen im Normalfall recht gut an ihr erstes Futter (Babymäuse). Die Fütterung

erfolgt alle 5 - 7 Tage. Nach etwa 14 Tagen bis hin zu 4 Wochen werden sie sich das erste Mal häuten. Je nach

Möglichkeit ist eine Einzelhaltung zu empfehlen, dies vereinfacht zusätzlich die erste Fütterung.